Musiktheater Linz/ Foto: Sigrid Rauchdobler

  • Musiktheater Linz/ Foto: Sigrid Rauchdobler

Musiktheater

Linz (AT)

Einzigartiges Bühnenlogistikkonzept mit hohen Anforderungen an die Effizienz – eine technische Delikatesse

Das Musiktheater Linz ist eine Spielstätte des Landestheaters Linz, die größte kulturelle Einrichtung des Landes Oberösterreich. Das Haus am Volksgarten im Zentrum von Linz beheimatet seither das Opern-, Tanz- und Musicalensemble. Schon im Vorfeld der definitiven technischen Planung stand BWKI den Bauherren und Nutzern des neuen Opernhauses bei ersten Überlegungen zum Nutzungskonzept beratend zur Seite. Thomas Königstorfer, Kaufmännischer Direktor erinnert sich: „Wir haben uns überlegt, was braucht ein modernes Theater an Verwandlungen, an szenischen Effekten, was wünschen sich Regisseure, das sich dreht, hebt, verwandelt, in der Drehung rauf und runter fährt? Hier hat dieses neue Bühnenkonzept sehr, sehr viel zu bieten. Gleichzeitig haben wir auch darüber nachgedacht, wie man so eine riesengroße Maschine mit möglichst optimiertem Personaleinsatz fahren kann“.

Das neue Bühnenkonzept ermöglicht schnelle und effektvolle Verwandlungen des Bühnenbildes. Es können mehrere Szenen gleichzeitig auf der Hauptbühne aufgebaut werden. Die Hauptbühne besteht aus einer großen Transportdrehbühne mit 32 m Durchmesser, in die eine Spieldrehbühne und drei Hubpodien integriert wurden. Kombiniert mit einem überlagerten Kreuz-Bühnenwagensystem ist es zudem möglich, dass komplette Bühnenbilder aus der Montagehalle, über die Hinterbühne, auf die Hauptbühne verschoben werden können. Mit den Doppelstock-Hubpodien lassen sich drei verschiedene Bühnenbilder hintereinander versetzt von der Unterbühne auf die Bühne fahren. Auf der Spieldrehbühne können ebenso verschiedene Szenen aufgebaut werden und bei Bedarf dort verbleiben, so dass nicht ab- oder umgebaut werden muss. Gleichzeitig werden damit die rechte und linke Seitenbühne barrierefrei erschlossen, die als Probebühne für Opernproduktionen oder zum „Parken“ von kompletten Bühnenbildern genutzt werden. Mit diesem System sind nun sehr schnelle und vielfältige Umbauten von großen und aufwändigen Produktionen in einem straffen Repertoirebetrieb mit einem verhältnismäßig geringen Personalaufwand möglich.

Bei einer Führung durch die „Bühnenunterwelt“ schwärmt der Technische Direktor Philipp Olbeter über die neue Antriebstechnik der Untermaschinerie: „Was wir hier sehen, ist eine technische Delikatesse, anders kann man das nicht bezeichnen, zu der nicht nur ich ein besonderes Verhältnis habe.“.

Planungsaufgaben

  • Entwicklung Bühnenkonzept
  • Beratungsleistungen und Machbarkeitsstudien
  • Bauüberwachung
  • Obermaschinerie
  • Untermaschinerie
  • Lagertechnik
  • Szenische Bühnenbeleuchtungsanlage
  • AV- und Medientechnik
  • Bühnentextilien
  • Bühnenboden

Projektdaten

Neubau

Nutzung:
Musik- und Sprechtheater, Ballett
Fassungsvermögen:
Großer Saal bis 1200 Plätze
BlackBox bis 270 Plätze
BlackBox Lounge bis 150 Plätze
Orchestersaal bis 200 Plätze
FoyerBühne variabel bis 480 Plätze
Bühnengrundfläche:
139 m2
Fertigstellung:
2013
Bauherr:
Musiktheater Linz GmbH
Architektur:
Terry Pawson und Architektur Consult GmbH Wien

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