• Portalbereich - Blick in den Zuschauerraum/ Foto: Bayerische Staatsoper, Wilfried Hoesl

Bayerische Staatsoper

München

Hightech für die Kunst

Die Bühne ist als sogenannte Wagenbühne konzipiert, eine schon seit der Antike bekannte Form der Theaterbühne für schnellen Szenenwechsel. Sie besteht neben der Hauptbühne aus einer linken Seitenbühne und einer Hinterbühne. Eine komplette Bühnendekoration wird auf einem Wagen aufgebaut und kann sehr schnell in zwei Achsen verfahren werden. Hierfür sind insgesamt sieben Bühnenwagen mit 6 x 20 m und einem Gewicht von 18 Tonnen im Einsatz. Diese Giganten können ihre Laufrichtung um 90° verändern. Damit der Laufrichtungswechsel schnell (max. 0,5 m/s) und vor allem leise, in der ersten Reihe des Zuschauerraumes dürfen nur 35 bis höchstens 40 db(A) ankommen, von statten gehen kann, entwickelte BWKI eine einzigartige Hubeinrichtung zum Wechsel der Radsätze von Längs- auf Querfahrt. Gehalten werden diese großen Plattformen über ein endloses Seilsystem, das die Bühnenwägen mit einer Genauigkeit von plus minus 5 mm positioniert. Eine vollautomatische Seilspanneinrichtung mit Messwertgebern reagiert auf Abweichungen im Millimeterbereich und gleicht Schiefstellungen aus, die durch ungleichmäßige Belastungen, etwa durch randständig montierte Kulissen, bewirkt werden können. Im Inneren der Bühnenwagen arbeitet eine SPS gesteuerte 48V-Hydraulikanlage über Batteriesätze und werden mittels Unterflurketten mit einem asynchronen Elektrogetriebemotor über einen Zahnstangenantrieb betrieben.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Untermaschinerie sukzessive erweitert. In jedem der drei hydraulischen Hubpodien wurden zunächst zwölf Personenversenkungen eingebaut. Später kam unter dem Podiumsboden ein sogenannter Krantisch hinzu, ein Wagen, der unter den Podien längs verfahren werden kann. Dieser Wagen hat eine Spannweite von 18 Meter und ist freitragend aufgehängt.

Die verschiedenen Einrichtungen der Bühnenuntermaschinerie hatten jeweils eigene Steuerungen und auch unterschiedliche Standorte. Ein Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Steuerungen gab es nicht. Als es zu ersten Ausfällen kam, wurde BWKI beauftragt die verschiedenen Steuerungen der Untermaschinerie in eine gemeinsame Steuerung einzubinden, dazu gehörte auch die Steuerung der Seiten- und Hinterbühnentore.
 

Planungsaufgaben

  • Entwicklung einer hydraulischen Radwechsel- und automatischen Seilspanneinrichtung für die Bühnenwagen inkl. Steuerung
  • Steuerung hydraulischen Untermaschinerie mit 3 Hubpodien inkl. Schrägstelleinrichtung, 3 Bühnentore, Krantisch mit 12 Personenversenkungen
  • Steuerung der Obermaschinerie
  •  Verknüpfung der Steuerung von Ober- und Untermaschinerie
  • Digitale Bühnenbeleuchtungsanlage inkl. Arbeits-, Umgangs- und Blaulicht mit circa 2000 Dimmern und 500 Effekten
  • Teilweise Erneuerung der Zuschauerraumbeleuchtung
  • Ruf- und elektroakustische Anlagen (ELA), Videoanlagen mit Produktionsstudio, Lautsprecher im Zuschauerraum und Bühnenhaus, Inspizientenanlage mit Ruflautspechern, 2 Inspizientenpulten, Rufzentrale mit Alarmierungsfunktion
     

Projektdaten

Sanierung

Nutzung:
Musiktheater, Ballett, Konzerte
Fassungsvermögen:
2.101 Sitzplätze
Bühnengrundfläche:
750 m2
Bühnen- und Veranstaltungstechnik:
11,0 Mio. Euro netto
Fertigstellung 1:

2004 - Ruf- und elektroakustische Anlagen (ELA)
Fertigstellung 2:
2008 - Bühnenwagen, Steuerung Obermaschinerie
Fertigstellung 3:
2004 - Bühnenbeleuchtungsanlage inkl. Arbeits-, Umgangs- und Blaulicht
Fertigstellung 4:
2016 - Steuerung Untermaschinerie
Bauherr:
Freistaat Bayern

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